Nachforschungen in den ukrainischen Archiven
Da die Ukraine ein großer Kriegsschauplatz war, kann sicher davon ausgegangen werden, dass in den entsprechenden Archiven Unterlagen in nicht unerheblicher Größenordnung über den o.e. Personenkreis vorhanden sind.
Im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt der Deutsch-Russischen Historikerkommission über sowjetische Kriegsgefangene in deutscher Hand und deutsche Kriegsgefangene in russischer Hand, hatte die Stiftung Sächsische Gedenkstätten in Dresden bereits im Jahre 2003 entsprechende Kontakte zu verschiedenen Archiven in Kiew geknüpft. Mit dem Staatskomitee für Archive der Ukraine wurde in 2004 eine Vereinbarung über die Zurverfügungstellung entsprechender Archivunterlagen getroffen, in welcher absprachegemäß der DRK-Suchdienst als zuständige Einrichtung für die Klärung der Schicksale deutscher Kriegsgefangener und Zivilinternierter bereits genannt worden war.
Im Oktober 2005 hatte dann ein erster Besuch einer Delegation des DRK-Suchdienstes stattgefunden.
Im April 2006 konnte nunmehr eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem DRK-Suchdienst und dem Zentralarchiv des Sicherheitsdienstes der Ukraine abgeschlossen werden.
Auf dem Foto: Dr. Hansjörg Kalcyk, Suchdienst München, Ulrich Austermühle, Suchdienstverbindungsstelle Bonn, Sergej Mikolajewitsch Bogunow, Leiter des Zentralarchivs des Sicherheitsdienstes der Ukraine, und stellvertretender Leiter Sergeij Kokin.
In diesem Archiv befinden sich Unterlagen über verurteilte Angehörige der Wehrmacht und in geringem Umfang auch über verurteilte deutsche Zivilinternierte, die für die Arbeit des DRK-Suchdienstes von größtem Interesse sind. Nach Auskunft des Leiters handelt es sich um Unterlagen zu rd. 20.000 Personen.
Verhandlungen wurden auch mit Vertretern des Innenministeriums der Ukraine und dem Zentralen Staatsarchiv der höchsten Machtorgane und der Regierung der Ukraine geführt und entsprechende Grundlagenvereinbarungen sind in Vorbereitung. Man geht davon aus, daß rund 80.000 Deutsche auf dem Territiorium der Ukraine verstorben sind.
Foto vom April 2006: Kriegsgefangenenfriedhof des Lagers 235 Winniza